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Am Dienstag, den 20. März 2018 begaben sich die Schülerinnen und Schüler der gesamten Q11 zusammen mit ihren Kursleitern in das Zentrum der literarischen Klassik.

Aufgeteilt nach den einzelnen Deutschkursen begann nun für jede Gruppe ein unterschiedlicher Tagesablauf: So erhielten die Kollegiaten, die das Schillerhaus besuchten, zunächst einen Eindruck von den Lebensverhältnissen des Autors. Obwohl das Mobiliar nicht original war, spiegelte das Haus dadurch, dass typische Gegenstände aus der Zeit ausgestellt wurden, den Lebensstandard Schillers dennoch eindrucksvoll wider. Thematisch wurde während der Führung auch auf das besondere Verhältnis zwischen Goethe und Schiller eingegangen. In den ersten Monaten nach Schillers Umzug nach Weimar lehnte Goethe Besuche dessen in der Regel ab.

Beide jedoch wurden sehr bald Freunde, die sich gegenseitig inspirierten und sich bis an Schillers Lebensende regelmäßig trafen. Goethe konstatierte schließlich zu seiner Freundschaft mit Schiller: Sie war „ein glückliches Ereignis.“ Im anschließend besuchten Goethehaus am Frauenplan wurde hervorragend deutlich, welchen Wert Goethe auf die eigene Repräsentation legte und welch ein akribischer Sammler er gewesen ist. Das detailgetreu erhaltene Gebäude, in dem einst der Verfasser von „Faust“, „Torquato Tasso“, „Wilhelm Meister“ usw. lebte, gab einen aufregenden Einblick in das Leben des Dichterfürsten. Exemplarisch konnte hier ein Teil seiner Sammlungen, Arbeitswerkzeuge und Einrichtungsgegenstände in den historischen Räumen besichtigt werden. Der Nachlass Goethes, der hundertausende Gegenstände umfasst, ist sorgfältig inventarisiert worden und befindet sich heute zum größten Teil in der Dauerausstellung im Nebengebäude, die im Anschluss besucht wurde. Anhand von sehr unterschiedlichen Ausstellungsstücken (z.B. Portrait, Reisemantel, Büsten, Säugetierskeletten, Farb-/Spektralkreisen u.a.) wurde seitens der Führer versucht, die Fülle der Informationen zu kanalisieren und den Schülern ein Panorama über den Universalgelehrten zu geben.

Jeder Kurs erhielt schließlich eine eineinhalbstündige Stadtführung, um Weimars wechselvolle Geschichte als Stadt in den Mittelpunkt zu rücken. Nach einem ersten Halt am Marktplatz, auf dem das berühmte Hotel Elephant steht, das u.a. der Aufenthaltssitz Hitlers in Weimar war, ging es mit dem Platz vor der Anna-Amalia-Bibliothek weiter. Im Stadtpark an der Ilm konnte Goethes Gartenhaus, das erste Wohnhaus und sein späterer Rückzugsort, betrachtet werden. Nach einem Blick in das Bauhaus-Gebäude und dessen Architekturgeschichte schloss die Führung vor dem Goethe- und Schillerdenkmal vor dem Weimarer Hoftheater.

Die Weimarfahrt hat den Schülerinnen und Schülern Literatur und Kunst der Klassik anschaulich und nahbar gemacht und so manch ein Schüler mag am Ende des Tagesausflugs ähnlich geklagt haben, wie Johann Peter Eckermann, Goethes Sekretär, der in seinem Gedicht „Weimar“ schrieb:

Glücklich Weimar! – Von den Städten allen
Bist du, kleine, wunderbar bedacht;
Man wird stets zu deinen Toren wallen,
Angezogen von der heil'gen Macht;
Und man wird nach großen Männern fragen,
Die in schönen Zeiten hier gestrebt, '
Und mit edlem Neid wird man beklagen,
Dass man mit den Edlen nicht gelebt.

Christopher Söllner, StR

 

K1024 FS D Weimarfahrt 2018 1d1 Kurs

 

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