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Zu den Quellen (ad fontes) – Diesen Grundsatz des Vaters der modernen Geschichtswissenschaft, Leopold von Ranke (1795-1886), beherzigten die Schülerinnen und Schüler des W-Seminars „Erlangen in der Nachkriegszeit“, als sie das hiesige Stadtarchiv am Montagnachmittag (18.3.2019) besuchten. Um die Seminararbeiten nach dem Credo Rankes möglichst objektiv und unparteilich zu verfassen („wie es eigentlich gewesen ist“ – Ranke), ist ein Blick auf die zeitgenössischen Quellen im Archiv unerlässlich.

Die Archivare, Frau Dorothea Rettig und Herr Christian Chandon, führten zunächst in die Geschichte des Hauses, in ihre Arbeit sowie den Umfang der vorhandenen Bestände ein. Mittels Repertorien (= Findbücher) und digitaler Kataloge  ist es als Benutzer möglich, unter 5000 laufenden Fachbodenmeter Akten, 15100 Urkunden und 125000 Bildträgern die relevante(n) Quelle(n) zu finden, zu bestellen, auszuheben und anschließend einzusehen.

Die beiden Archivare erklärten auch das Ordnen, Katalogisieren und Bewirtschaften des Schriftguts. Einen Einblick in die Konservierung von Dokumenten erhielten die Schüler in den nicht öffentlich zugänglichen Archivräumen, wo in unzähligen Archivkartons die Akten der Stadtverwaltung von den Anfängen bis zur jüngsten Vergangenheit lagern.

Während der Vorstellung der unterschiedlichen Archivalien (Geburtsurkunden/-anzeigen, Baugenehmigungen etc.) wurde den Schülern zudem bewusst, dass sowohl ihre Vorfahren als auch sie selbst im Laufe ihres Lebens Spuren hinterlassen.

Anschließend präsentierten die Archivare in einem Seminarraum Quellen aus der Nachkriegszeit, welche anhand der spezifischen Themen der Schülerinnen und Schülern ausgewählt wurden. So wurden z.B. mehrere Schriftwechsel der amerikanischen Besatzungsherrschaft und Broschüren zur Reeducation der Bevölkerung im Zusammenhang mit dem Erlanger Amerika-Haus eingesehen. Auch die öffentliche Diskussion um die Ansiedlung der Siemens-Schuckert Werke in den ersten Ausgaben der Erlanger Nachrichten oder Quellen zur Entnazifizierung konnten untersucht werden.

Das Studium alter Dokumente weckte bei so manchem Schüler großen detektivischen Eifer und zeigte ihnen zugleich, dass Archive das Gedächtnis einer Gesellschaft sind.

 

StR Söllner

 

 

31SL G W Seminar (6)

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