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Die Fachschaft Religion präsentiert bis zum 12.7.2019 in der Aula der Schule die Ausstellung "Gott liebt die Fremden" der Diözese Bamberg, der wir an dieser Stelle für die Leihgabe herzlich danken.

12 große Roll-Ups informieren über zentrale alt- und neutestamentliche Erzählungen und Sichtweisen von Migration und Fremdheit. Eingeleitet werden die Geschichten von folgenden grundsätzlichen Gedanken, die Brücken von der Vergangenheit zur Gegenwart schlagen:

"Bereits in biblischer Zeit, in der Geschichte des erwählten Volkes, wie in den Anfängen der christlichen Gemeinde, lebten Menschen in der Fremde und waren Menschen auf der Flucht. Es ist lohnend, sich das eindrückliche Schicksal einiger Migrantinnen und Migranten aus biblischer Zeit in Erinnerung zu rufen, die aus verschiedensten Gründen gezwungen waren, fern ihrer Heimat zu leben. Es ist ihr Aufbruch oft ein Aufbruch ins Ungewisse, eine lange Reise steht bevor. Am neuen Ort angekommen, sind Fremde keinesfalls immer willkommen. Sie sehen sich mit der Spannung zwischen Integration und Assimilation, zwischen Identität und Fremdheit konfrontiert.

Die Erfahrung, fremd zu sein, zieht sich wie ein roter Faden durch die Bibel. Gott, so ist es nachzulesen, ist gerade den Fremden in besonderer Weise nahe. Die Erfahrung von Migration, Flucht oder Vertreibung kann durch Gottes überraschendes Handeln zum Segen werden, nicht nur für die Fremden, sondern auch für diejenigen, die ihnen begegnen.

In der Bibel sind aktuelle und herausfordernde Sichtweisen von Fremden unter uns zu entdecken. Natürlich ist die Bibel vielstimmiges Glaubenszeugnis aus mehreren Jahrhunderten, in der die Wahrhnehmung des Fremden nicht immer einheitlich ist.

Auch in der Bibel spiegeln sich Ängste vor Überfremdung und Verlust der eigenen Identität wider. Bereits in biblischer Zeit gab es immer wieder die Tendenz, zwischen "guten" und "schlechten" Fremden zu unterscheiden: Solche, mit denen man Geschäfte machen oder politische Allianzen schmieden konnte, waren anders gesehen als mittellose Menschen, die dauerhaft Zuflucht suchten. Und bereits in biblischer Zeit waren nicht immer alle Einwanderer so integrationswillig, wie es sich die Einheimischen gewünscht hätten. Insbesondere fremde Religionen konnten als Problem, ja sogar als Bedrohung gesehen werden.

Dennoch ist die besondere Rechtsstellung des Fremden und der Schutz der Flüchtlinge auffällig. Das Konzept des "gleichen Rechtes für alle" zieht sich durch weite Lebensbereiche. Im Hintergrund steht die eigene Erfahrung des Fremdseins des Volkes Israels in Ägypten.

 

Das biblische Konzept der Gastfreundschaft zu leben – Enttäuschungen eingeschlossen – ist bis heute eine Herausforderung.

Diese Ausstellung mag dazu beitragen, die Sicht von Fremden unter uns heute, insbesondere von Flüchtlingen und Asylbewerbern, neu zu bedenken."   

Axel Loyens für die Fachschaft Religion

 

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