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Man soll die Dinge so nehmen, wie sie kommen, aber man sollte auch dafür sorgen, dass die Dinge so kommen, wie man sie nehmen möchte.
(Curt Goetz)

Theaterpremiere: „Das Haus in Montevideo“

Geld oder Moral? Hin- und hergerissen scheint in dieser wichtigen Frage Professor Traugott Nägler (Yannik Ambrusits ,Q12), der Lehrer für alte und tote Sprachen ist und in finanziell eher kleinen aber dafür in moralisch sehr geordneten Verhältnissen lebt. Als Oberhaupt einer vielköpfigen Familie lebt er zusammen mit seiner Ehefrau, der lebensklugen Marianne (Katharina Neubert, Q12) in einer beschaulichen Kleinstadt.

Eine plötzliche Erbschaft der vor Jahren verstoßenen Schwester des Professors an dessen älteste und heiratsfähige Tochter Atlanta (Aura Sträter, Q12) stellt Professor Nägler jedoch vor große Herausforderungen, denn diese Erbschaft ist – wie sich erst später durch die strenge Rechtsanwältin Cortez (Katharina Gürsching, Q12) herausstellt –  an einige Bedingungen geknüpft, die den tugendhaften Professor in ein großes moralisches Dilemma bringen.

Zum Glück steht ihm sein Freund Pastor Riesling (Johannes Lange, Q11) mit Rat und Tat zur Seite, der ihn nach Südamerika in ein eher seltsames Etablissement der verstorbenen Schwester begleitet. Dort angekommen wird schnell deutlich, dass der Schein manchmal trügen kann und so auch die attraktiven, tanzfreudigen Damen (Seyma Alaz, Josephine Markl, Inga Abel, Jana Deutel, Sneha Ramesh, Nadia Ben Ali, Cenk Kilic, alle Q11) im Haus der Nachlassverwalterin, der edlen Madame de la Rocco (Anna Ortega, Q11), nicht diejenigen zu sein scheinen, für die der Professor und Pastor sie zunächst halten. Doch nach einigen Verwechslungen wird das Testament endlich eröffnet.

Nach diesem darf die älteste Tochter Atlanta die Erbschaft der äußerst vermögenden Verstorbenen nur antreten, wenn „am trauten Herde des tugendhaften Bruders” erneut ein uneheliches Kind zur Welt gebracht wird. Hier trifft es sich daher für Professor Nägler gut, dass es einen Werber um die Hand der Tochter gibt. Der wenig selbstbewusste Ingenieur Herbert Kraft (Elias Stubenvoll, Q12) ist nach Montevideo nachgereist und hält seit einiger Zeit um die Hand Atlantas an – nichtsahnend, dass er dabei zum Spielball des Professors wird. Doch alle hochgesteckten Erwartungen sowohl des Professors als auch des jovialen Bürgermeisters in der Heimat (Tilo Engelkamp, Q11) erfüllen sich in der Fremde nicht. Enttäuscht und niedergeschlagen kehrt Traugott Nägler nach Hause zurück. Der Traum vom Wohlstand scheint endgültig ausgeträumt, wäre da nicht noch eine kleine Klausel im Testament, auf die ihn seine Frau und der Pastor schlussendlich aufmerksam machen und die Erbschaft doch noch angetreten werden kann.

Der Oberstufentheatergruppe von StDin Antonie Walther gelang es, das Premierenpublikum mit diesem kurzweiligen Stück wunderbar zu unterhalten. Amüsant werden die Kreise um die gesellschaftlichen Spanungsfelder und menschlichen Schwächen wie Moral, Tugend Ehrlichkeit und Geld gezogen. Der Theatergruppe ging es v.a. um die Frage: Wie leicht können Wertvorstellungen ins Wanken geraten, wenn (viel) Geld im Spiel ist? Ihre Erkenntnis hat die Theatergruppe in toto pointenreich und mit fein gespielten Figuren dem Publikum näher gebracht. Besonders seien hier die Figuren in den Hauptrollen mit Yannik Ambrusits, Johannes Lange, Katharina Neubert, Aura Sträter und Elias Stubenvoll erwähnt, die allesamt einen hohen Textumfang neben dem Setzen der richtigen Pointen zu bewältigen hatten. Das Publikum quittierte die Leistung der jungen Schauspielerinnen und Schauspieler mit einem verdient großem Applaus.

An zwei Terminen (Montag, 25. Juni und Dienstag, 26. Juni; jeweils um 19:00 Uhr) zeigt der Oberstufenkurs das Stück erneut. Karten sind an der Abendkasse erhältlich.

Christopher Söllner, StR

K1600 SL Theater Der Bürgermeister, der Pastor und Ehefrau Marianne möchten Prof. Nägler zur Reise überreden K1600 SL Theater Marianne möchte mit Traugott auf die Erbschaft anstoßen
K1600 SL Theater Prof. Nägler und sein Schwiegersohn in spe Herbert Kraft K1600 SL Theater Traugott Nägler und seine zwölfköpfige Großfamilie

 

 

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