Sozialkunde

Lehrplan

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Widerstand gegen Willkür und demokratische Kultur – Fahrt der 10. Jahrgangsstufe zur historisch-politischen Bildung nach Berlin (2.3.-5.3.20)

Die 10. Jahrgangsstufe und ihre Lehrkräfte vor dem Brandenburger Tor

In diesem Schuljahr ist die 10. Jahrgangsstufe vom 02.03. bis zum 05.03.20 nach Berlin gefahren. Diese Fahrt zur historisch-politischen Bildung wird von den Fachschaften Geschichte und Sozialkunde veranstaltet und ist inzwischen ein wesentliches Element der Werteerziehung am Emmy-Noether-Gymnasium. Im Zentrum stehen dabei das unmittelbare Kennenlernen und Erfahren der demokratischen Prinzipien und Abläufe im politischen Berlin. Zum Vergleich werden aber auch immer wieder Aspekte der Diktaturen des 20. Jahrhunderts in Deutschland thematisiert.

Am Montag, dem 02.03., fanden sich früh am Morgen, um 6.00 Uhr, 66 Schülerinnen und Schüler vor der Schule ein. Die Betreuung übernahmen OStRin Spörl, OStR Leppert, StR Loyens, StR Söllner, OStRin Klemm und OStR Schmidt. Nach einer reibungslosen Fahrt und dem Bezug der Hotelzimmer im Hotel Transit Loft folgte um 14.00 Uhr bereits die obligatorische Stadtrundfahrt in unseren Bussen in Begleitung von Stadtführern. Auf dem Programm waren die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Berlins. Neben dem Potsdamer Platz, dem Regierungsviertel, der East Side Gallery und dem Berliner Dom fuhren wir auch zum Checkpoint Charlie, der Stelle, an der sich von 1961 bis 1990 ein Grenzübergang durch die Berliner Mauer zwischen dem sowjetischen und dem US-amerikanischen Sektor befunden hatte.

Natürlich durfte am Ende der Tour auch das Brandenburger Tor am Pariser Platz nicht fehlen. Die Stadtrundfahrt bildete aber noch nicht den Abschluss des Tages, da wir einen Termin mit den Berliner Unterwelten hatten. Der Verein „Berliner Unterwelten“ befasst sich mit der Erforschung und Dokumentation der zahlreichen unterirdischen Bauten Berlins. So trafen wir unsere Führer abends um 18.00 Uhr an dem U-Bahnhof Gesundbrunnen. Durch eine recht unscheinbare grüne Tür im Bahnhof betraten wir einen großflächigen und aus zahlreichen Räumen bestehenden Schutzbunker, in dem im Zweiten Weltkrieg Tausende von Berlinern während der Bombenangriffe ausharren mussten. Der Bunker ist im Originalzustand, da er wegen des darüberliegenden Bahnhofes nicht hat gesprengt werden können. So hatte man das Gefühl, in eine andere Zeit einzutauchen. Zudem waren zahlreiche interessante Gegenstände aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs ausgestellt. Nach der eineinhalbstündigen Führung machten wir uns nach einem langen Tag auf den Weg in unser Hotel.

Am Dienstagvormittag folgte ein Projekttag im ehemaligen Gefängnis der Staatssicherheit in Berlin-Hohenschönhausen. Die Schülerinnen und Schüler wurden in Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe wurde dabei von einem ehemaligen Häftling begleitet, der die Führung vornahm und seine persönlichen Erlebnisse während der Inhaftierung schilderte. Er begleitete auch das Projekt, bei dem Aufgaben zum Thema „Staatssicherheit und Haftbedingungen“ anhand der Ausstellung gelöst werden sollten. Hierbei beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit den Methoden und Repressalien, denen Andersdenkende in der SED-Diktatur ausgesetzt waren.

Zeitzeugengespräch im Stasi-Untersuchungsgefängnis

Um 17.00 Uhr traf sich die gesamte Jahrgangsstufe dann im Regierungsviertel vor dem Paul-Löbe-Haus, dem Funktionsgebäude des Bundestages mit den Büros der Abgeordneten. Stefan Müller, MdB, der für Erlangen und den Landkreis Erlangen-Höchstadt der zuständige Abgeordnete ist, empfing uns dort zu einer Diskussionsrunde. Der Besuch des Bundestages erfolgte auf seine Einladung hin. Trotz anberaumter Sondersitzungen aufgrund der Corona-Pandemie nahm er sich 45 Minuten für die Schülerinnen und Schüler Zeit. Hierbei entstand eine offene und angeregte Diskussion, bei der die Schüler interessante Fragen und Beiträge beisteuerten. Nach dem Gespräch mussten wir dann im Bundestag durch die Sicherheitsschleusen. Als wir uns dann auf der Besuchertribüne des Plenarsaals versammelt hatten, bekamen wir einen kurzweiligen und informativen Vortrag zu der Institution Bundestag und zu den demokratischen Abläufen. Danach hatten alle die Möglichkeit, die Kuppel des Reichstagsgebäudes zu begehen und Berlin bei Nacht zu betrachten. Um etwa 21.00 Uhr war dieser interessante Tag zu Ende.

Am Mittwoch wurde die Jahrgangsstufe in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Gruppen besuchten am Morgen nacheinander das Deutsche Historische Museum zum Thema „Geteiltes Deutschland 1949 – 1990“. Hierbei erfolgte eine Epochenführung, die sich auch intensiv mit dem SED-Staat DDR auseinandersetzte. Am Nachmittag besuchte die erste Gruppe die Gedenkstätte Deutscher Widerstand im Bendlerblock, der das Zentrum des Umsturzversuchs gegen das nationalsozialistische Regime am 20. Juli 1944 gewesen war.Es handelt sich um die ehemaligen Büros des Oberkommandos des Heeres. Es erfolgte eine interessante Führung in der Dauerausstellung zu den Themenschwerpunkten „Stauffenberg und das Attentat vom 20. Juli 1944“ und „Widerstand von Jugendlichen“. Direkt im Anschluss gingen wir in den Ehrenhof des Bendlerblocks, der an das Schicksal der hier am 20. Juli 1944 erschossenen Offiziere erinnert. Am Nachmittag stand der Besuch des Bundesrates auf dem Programm. Die Informationsveranstaltung dort bestand aus einer Führung durch das beeindruckende Gebäude und einem Rollenspiel zur Debattenkultur. Anhand von selbstgewählten Themen konnten die Schülerinnen und Schüler eine Diskussion in einer Plenarsitzung selbst durchspielen. Sie vertraten einzelne Bundesländer und konnten Föderalismus direkt erfahren.

Planspiel einer Bundesratssitzung

Am Donnerstagvormittag besuchte die gesamte Jahrgangsstufe das Deutsche Spionagemuseum. Die einzelnen Gruppen erfuhren spannende Informationen zu Methoden von Geheimdiensten in Diktaturen und Demokratien. Unterhaltsam waren dabei die Mitmachstationen, bei denen man z. B. Passwörter am PC entschlüsseln lassen konnte, Abhörwanzen suchen musste oder in einem Laserparcours verhindern musste, dass die Alarmanlage aktiviert wird. Während danach die zweite Gruppe den Bendlerblock besuchte, konnten die Übrigen den Berlinaufenthalt mit Freizeit ausklingen lassen.

Am Nachmittag ging es dann mit unseren Bussen zurück nach Erlangen, wo wir gegen 21 Uhr nach vier ereignisreichen Tagen ankamen. Es sei an dieser Stelle noch allen begleitenden Lehrkräften gedankt. Ein großes Lob möchte ich an alle Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe aussprechen, die mit ihrer engagierten Teilnahme die Berlinfahrt zu einem Gewinn für alle Beteiligten gemacht haben.

OStR Rüdiger Leppert

Projekttag der 10. Klassen „Demokratie und Toleranz“ (11.11.2019)

Seit einigen Jahren gestaltet die Fachschaft Geschichte am bzw. um den 9. November für die 10. Jahrgangsstufe einen Projekttag mit dem Thema „Demokratie und Toleranz“. Aktuelle Themen und grundlegende Werte einer funktionierenden Demokratie werden behandelt, um den Schülerinnen und Schülern deren Bedeutung in einer nicht-unterrichtstypischen Form zu vermitteln.

Den Auftakt bildet stets ein Plenumsvortrag in der Aula, auf den anschließend drei Module in den Klassenzimmern folgen, die von jeder Klasse/Gruppe durchlaufen werden.

„Refugees welcome ?!“ lautete dieses Schuljahr das Thema des Plenumsvortrags am 11. November 2019. Anhand des bewegenden authentischen Vortrags von Wissam Abou Hassoun –begleitet von Birgit Mair vom Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung Nürnberg – konnten die Schüler und Schülerinnen eine konkretere Vorstellung der Flüchtlingsproblematik entwickeln, die über die abstrakten und verallgemeinernden Nachrichten hinausgeht. Insbesondere durch das Gespräch im Anschluss an den Vortrag erhielten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, individuelle Wissenslücken zu schließen.

Vortrag “Refugees welcome?!”

Es folgten drei Module, deren Inhalte fortlaufend der Aktualität angepasst bzw. auch neu entwickelt werden.

  • Modul 1: Die „Zukunftswerkstatt“ (geleitet von Herrn Söllner und Herrn Leppert) entwickelt ausgehend von den individuellen Zielen auf eine unkonventionelle Weise die politisch-gesellschaftlichen Zukunftswünsche der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
  • Modul 2: „Elemente des Rechtspopulismus“ (geleitet von Herrn Loyens) befasst sich mit dem aktuellen Thema des Rechtsruckes in unserer Gesellschaft und der damit verbundenen Bedrohung der Demokratie.
  • Modul 3: „Sprache der politischen Verführung“ (geleitet von Frau Dr. Presslich) sensibilisiert anhand von aktuellen politischen Themen die Schüler und Schülerinnen für die Funktionsweise des Framings. Sprachliche Strukturen der Manipulation werden entlarvt.

In einer gemeinsamen Abschlussbesprechung werden die Schüler und Schülerinnen um ein Feed-back gebeten, das entsprechend in die Planung für den nächsten Demokratietag berücksichtigt wird.

OStRin Dr. Marion Presslich

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