Ganztagsschule

Der Ganztag ist ein Abschnitt in meiner Schullaufbahn, an den ich mich gerne zurückerinnere. Ich hatte immer eine Menge Spaß und habe den Aufenthalt im Ganztagsbereich sehr genossen. Umgeben von lieben Betreuern haben wir in unserer Freizeit beinahe täglich etwas Schönes unternommen, sei es im kreativen Bereich oder auch draußen. Das Zusammensein in der Schule und die gemeinsamen Aktivitäten und Projekte haben uns als Klasse nochmal mehr zusammengebracht.

Timea, 10. Klasse

Das Konzept des Ganztagsgymnasiums

Das Emmy-Noether-Gymnasium war das erste gebundene Ganztagsgymnasium in Mittelfranken. Wir sind bis heute in Erlangen das einzige Gymnasium, das den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit des ganztägigen Lernens bietet.

Die gebundene Ganztagsschule ist in einem festen Klassenverband organisiert, um eine stärkere individuelle Förderung der kognitiven Entwicklung und der sozialen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler zu ermöglichen.

Sich den ganzen Tag mit Freunden zu treffen, mit der Unterstützung von Fachlehrern in den Arbeitsstunden zusammen lernen zu können, gemeinsam Mittag zu essen und seine Freizeit zu verbringen ist für viele unserer Schüler ganz wesentlich. Dies ermöglichen die Bausteine unseres Ganztagszweiges.

Schule als Lebensraum

Ganztagsklassen erfordern die Veränderung der traditionellen schulischen Strukturen. Neben dem Lernen und Arbeiten im klassischen Sinne werden Erfahrungsräume zur Vermittlung von Alltagskompetenzen bereitgestellt und damit wertvolle Grunderfahrungen für die Kinder angeboten:

  • Der Freizeitblock in der Mittagspause dient nicht nur der Erholung, sondern bietet auch Anregungen für die Kinder, ihre Schule kreativ zu gestalten bzw. diese Zeit mit anregenden Angeboten aus Sport und Kultur zu verbringen.
  • Eigenverantwortliches Handeln, Sozialkompetenz und das Herausfinden eigener Talente werden von Erfolgserlebnissen in der Gruppe bei gemeinsamen Projekten  begleitet.

Bausteine des Ganztagsgymnasiums

  • Ein durchgehend strukturierter Aufenthalt in der Schule an mindestens 4 Wochentagen von täglich mehr als 7 Zeitstunden bis grundsätzlich 16.00 Uhr.
  • Die Angebote am Vormittag und Nachmittag stehen in einem konzeptionellen Zusammenhang.
  • Der Pflichtunterricht ist auf Vormittag und Nachmittag verteilt. Die Unterrichtsstunden wechseln mit Übungs- und Arbeitsstunden und Freizeitaktivitäten ab.
  • Das Doppelstundenprinzip garantiert die Rhythmisierung und damit den Wechsel von  kognitiver Anstrengung und Entspannung.
  • Im gebundenen Ganztagsgymnasium werden Lehrkräfte und Erzieherinnen eingesetzt (z. B. Betreuung in der Mittagszeit, Freizeitgestaltung).

Merkmale an unserer Schule

  • Schultag Mo – Do von 08:00 Uhr bis 16:00 Uhr, Fr von 08:00 bis 13:00 Uhr
  • Rhythmisierung des Unterrichts durch
    • Doppelstunden
    • Mittagspause
    • Freizeitphasen und
    • Arbeitsstunden
    • Zeit für Übung, Hausaufgaben und Unterrichtsvorbereitung in den Arbeitsstunden (Fachlehrkräfte der Klasse)

Zusätzliche Angebote und Fördermaßnahmen (u. a.)

Zudem liegen uns unsere Projekte mit ganzheitlichen Ansätzen im Rahmen eines staatlichen Gymnasiums im GGT sehr am Herzen, wir wollen neben den kognitiven Bereichen auch die Entfaltung von Kreativität ermöglichen. Dazu kommt noch unser Ziel, den Kindern den Bezug zur Natur als unserer Lebensgrundlage näher zu bringen. Diese Ideen und Ziele werden im Jahresprogramm der Ganztagsschüler deutlich:

  • Jahrgangsspezifische Programme:
    • Ukulelenklasse: Gemeinsam wird ein Instrument erlernt (5. Klasse)
    • Ackerklasse der GemüseAckerdemie: Gemeinsames Gärtnern und Erzeugen von Lebensmitteln auf unserem Schulgelände (5. und 6. Klasse)
    • TrommelPower: Intensivierung  und Erfahrung unseres Miteinanders im Rhythmus der Trommeln (5. und 6. Klasse)
    • Theaterklasse: Spielfreude , Selbstbewusstsein, Sprecherziehung, Körperwahrnehmung, Kooperation und das Aufführen eines Theaterstückes stehen hier im Mittelpunkt (6. und 7. Klasse)

  • Grundsätzliche Fördermaßnahmen:
    • mehr Lern- und Übungszeiten für Schüler mit Lerndefiziten oder besonderen Begabungen: eine zusätzliche Stunde in Englisch
    • Erledigung der schriftlichen Hausaufgaben in qualifiziert betreuten Arbeitsstunden
    • Weitere Projekte zur Sozialkompetenz, Freizeitgestaltung usw.
    • Klassleiterstunde und Klassenrat zur Erlernung sozialer und demokratischer Verhaltensweisen

Das Projekt “Gemüse-Ackerdemie”

Umweltpreis der Stadt Erlangen: 1. Preis für das Projekt “Gemüse-Acker” (13.10.2021)

Besonderer Erfolg für das Emmy: Das Umweltprojekt “Gemüse-Acker” wurde von der Jury des Umweltpreises der Stadt Erlangen mit dem 1. Platz ausgezeichnet.

Die Laudatio für das “Emmy” hielt die Umweltbildungsbeauftragte der Stadt Erlangen Janina Baumbauer:

Das Emmy-Noether-Gymnasium und insbesondere die gebundene Ganztagsklasse der 5. Jahrgangsstufe ist im Schuljahr 2020/21 gestartet, auf dem neuen Schulacker ihr eigenes Gemüse anzubauen und etwas über Natur, Gemüseanbau und gesunde Ernährung zu lernen. Die Schule wurde in diesem Zuge im Rahmen des Bildungsprogramms ‚GemüseAckerdemie‘ des Vereins Ackerdemia als AckerSchule anerkannt. Im Frühjahr 2021 wurde auf dem Schulgelände das 50 m2 große Gemüsebeet mit Hilfe eines Landwirts vorbereitet. Später wurden die Gemüsepflanzen von den Schüler*innen gesetzt, Saatgut ausgebracht, Zwiebeln gesteckt und Kartoffeln gelegt. Das Gemüse ist in Bioqualität und wird umflattert von upgecycelten CD-Mobiles am selbstgebauten Zaun, der vor Hasen schützt und von Eltern, Lehrkräften und Schüler*innen gezimmert wurde. Regelmäßige Pflege ein- bis zweimal pro Woche in der Freizeitstunde, Pflanzenkunde, Mulchen und Freiwilligendienste von Familien runden das Projekt ab. Vertieft wurden auch Themen der Nachhaltigkeit wie selbst anbauen, einkaufen, Plastikmüll, Bionik, Biolebensmittel, Wert von Lebensmitteln, Umweltschutz, Lebensmittelverschwendung, Rezepte, Mobilität. Das Umweltprojekt Gemüse-Acker, gekrönt vom Projektbuch, und insbesondere das Engagement der Ganztagsklasse des Emmy-Noether-Gymnasiums erhält einen weiteren der ersten Plätze. Das Projekt leistet aus unserer Sicht verschiedene Beiträge: Es vermittelt die Erfahrung, dass gemeinsames Ackern verbindet, weil man in der Gruppe zusammenarbeitet. Die Schüler*innen können Zukunftsvisionen entwickeln, Erfolgsgefühle bei der Ernte spüren und lernen, mit den Ressourcen der Erde achtsam umzugehen. Das Projekt trägt dazu bei, dass junge Menschen Begeisterung und Mut für weitere Schritte bekommen. Und sie konnten lernen, dass wir alle etwas tun können und dass es sich lohnt, Mühen auf sich zu nehmen und Verpflichtungen einzugehen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Besonders macht das Projekt, dass es ganzheitlich gedacht wurde: Den krönenden Abschluss bildet ein in Holz gebundenes Album der Kinder in ihrer Freizeit und die persönliche Übergabe und Präsentation durch die gesamte Klasse im Schlossgarten. Das Projekt wurde abgerundet durch eine Presseveranstaltung und Ackerführung mit Beteiligung der Schüler*innen sowie ein Erntedankfest mit Kartoffelfeuer. Der Acker wird im gebundenen Ganztag in den Folgejahren fortgeführt. Das Projekt wird mit einem Preisgeld von 1000 € gewürdigt.

Janina Baumbauer
Unsere Preisträger

Erfahrungen und Eindrücke aus der Gemüse-Ackerdemie

Liebe Frau Lehr, die Ackerpflege hat Spaß gemacht. Wir wollten Ihnen eigentlich sowieso noch ein paar Eindrücke senden. Ein tolles Projekt! Wir waren in der Woche zweimal für ca. zwei Stunden da (weil es zwischendurch geregnet hatte) – mein Mann hatte Freude die Tomaten-Stängel zu reparieren und die Kinder haben fleißig das Unkraut beseitigt und geerntet. Für die künftige Klasse kann man gerne berichten, dass vieles auch eingefroren werden kann. Ich habe einen ganzen Abend lang vorkochen und schnibbeln können 😊. Das steht für den Arbeitsaufwand am Acker und die Qualität und den Geschmack wirklich in keinem Verhältnis. Nochmals Danke und wir bleiben in Kontakt. Viele Grüße

Markus Beyer

GemüseAckerdemie: Teilnahme der Klasse 5D (Feb. 2021)

Im Rahmen der GemüseAckerdemie bauen die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5D bald ihr eigenes Gemüse auf einem Schulacker an. Sie lernen dabei spielerisch etwas über Natur, Landwirtschaft und gesunde Ernährung. Die GemüseAckerdemie an über 800 Lernorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz statt und wurde bereits vielfach ausgezeichnet.

Unsere Ackerfläche wird im Frühjahr vor dem Pavillon entstehen. Familie Volleth, die wir bereits am Wandertag auf ihrem Hof besuchen durften, wird uns hier dankenswerter Weise tatkräftig unterstützen. Vielen Dank schon einmal an dieser Stelle!

Update: In der GemüseAckerdemie der Klasse 5d wird schon jetzt fleißig gearbeitet. Große Freude kam nun auf, als bekannt wurde, dass die Firmen Gartengestaltung Stehr aus Adelsdorf sowie VGT Vegetationstechnik aus Erlangen das Projekt mit zwei großzügigen Sachspenden unterstützen werden:  Schaufeln, Rechen, Spaten, Hacken, Gartensäcke, Abfalltaschen und viele andere Geräte wurden übergeben. All dies wird für die gerade entstehdende Ackerfläche vor dem Pavillon gut gebraucht! Wir danken den beiden Firmen sehr für ihren Einsatz und ihre Unterstützung. (Mai 2021)

Das Projekt “TrommelPower”

Grundlagen des Projekts

Am “TrommelPower”-Projekt am Emmy-Noether-Gymnasium arbeiten neben vielen Lehrkräften jedes Jahr zwei Musiktherapeuten mit. Im Laufe der letzten Jahre hat das Projekt Wellen geschlagen, die weit über das Emmy-Noether-Gymnasium hinaus gehen. Es sind weitere Erlanger Schulen angesteckt worden und eingestiegen.

“TrommelPower” ist ein Musikprojekt für ein besseres Miteinander. Durch aktives Musizieren mit rhythmischen Instrumenten in der Gruppe wird

  • die Selbst- und Fremdwahrnehmung gestärkt,
  • das Selbstwertgefühl
  • und das Selbstvertrauen gefördert
  • und ein wertschätzender Umgang miteinander geübt.

Mit einer großen Performance wird jedes Jahr in der Aula das Projekt abgeschlossen. Die beteiligten Schüler/innen der fünften Klassen und des Ganztagszweigs (Kl. 5-6) präsentieren der Schulfamilie ihre Ergebnisse, wobei Werte wie Rücksichtnahme, Achtsamkeit, Würde und Respekt gegenüber Mitmenschen bewusst ausgedrückt werden. Neben dem rhythmischen Trommeln sind oft auch Soloauftritte und Gesangseinlagen zu sehen.

Ansprechpartnerin: StDin Katrin Lehr

Herzklopfen und TrommelPower im Opernhaus Nürnberg (2019)

Im Schuljahr 2018/2019 wurden wir anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Musikstiftung Barbara Weidinger ausgewählt, am kunstpädagogischen Projekt „Heartbeat“ des Staatstheaters Nürnberg teilzunehmen. Seit Herbst 2018 arbeiteten unsere Schüler wöchentlich mit unserem erfahrenen Musiktherapeuten Sven Heidenstecker zum Thema „Streit“. Gemeinsam mit zwei weiteren Schulen wirkte die Klasse 6DGT federführend mit Frau StDin Katrin Lehr am Jugendkonzert auf der Grundlage von “Romeo und Julia” im Opernhaus mit. Das Konzert mit dem Titel „Es ist eine alte Geschichte…“ fand schließlich am 5. Juni 2019 statt.

Führung durch das Nürnberger Opernhaus

Dieses wurde von Philipp Roosz, Musik- und Theaterpädagoge an der Staatsoper Nürnberg zusammen mit Markus Sommerer, der das Projekt “TrommelPower” in Erlangen ins Leben gerufen hat, begleitet.

Bereits im Vorfeld genoss die Klasse 6D GT eine exklusive Führung durch das gesamte Opernhaus mit der einmaligen Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen werfen zu dürfen, die man als Zuschauer für gewöhnlich nicht zu Gesicht bekommt. Unsere Schüler schnupperten begeistert Theaterluft und erlebten hautnah mit, wie Perücken aus einzelnen Echthaaren geknüpft und wie Kostüme aus Schnittmustern entworfen bzw. geschneidert wurden. Als besonders beeindruckend empfand die Klasse die stilvoll-elegante Atmosphäre im Opernhaus, den beträchtlichen Kostümfundus sowie die kreative Maskenbildnerei.

Berauscht von den neuen Eindrücken wurde weiter mit großem Eifer gewissenhaft für das Jugendkonzert geübt, dem auch Klassen der Jahrgangsstufen 5-8 als Zuschauer beiwohnen durften. Insgesamt wurden über 1200 Zuschauer für die Konzerte am 5. Juni 2019 erwartet.

Wir danken allen Sponsoren und Unterstützern recht herzlich für ihr Engagement und erinnern uns an ein unvergessliches Konzert!

OStRin Jenny Bekir

Von der LP zur Dekoschale - ein Kreativprojekt aus dem GT

Weitere Impressionen und  Erfahrungsberichte aus Eltern- und Schülersicht

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