Wirtschaft und Recht

Unser Fachprofil

„Wer ein Gymnasium/eine weiterführende Schule erfolgreich besucht, wird nicht nur gründlich auf Studium und Beruf vorbereitet, sondern […] erfährt eine Werteerziehung, die ihn seiner selbst sicher macht und ihn zur gesicherten Urteilsbildung befähigt. In diesem Sinn bildet das Gymnasium junge Menschen zu Persönlichkeiten heran, die […] den Anforderungen des Studiums ebenso gewachsen sind, wie dem sich ständig wandelnden Profil herausgehobener beruflicher Tätigkeiten […].“

Neben den im Lehrplan für Wirtschaft und Recht formulierten Bildungs- und Erziehungszielen sehen wir es als unsere Aufgabe, unsere SchülerInnen auf die sich ständig wandelnde Berufs- und Studienwelt vorzubereiten.

Diesen Auftrag erfüllen wir durch einen fachlich anspruchsvollen Unterricht, durch regelmäßige Kontakte zu externen Partnern und durch die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Arbeit.

Dank einer Vielzahl an verlässlichen Schul- und Kooperationspartnern können wir unsere SchülerInnen beim Übergang Schule – Studium bzw. Schule – Beruf sehr gut unterstützen.

Berufsorientierung – eine wichtige Säule in der Wirtschaft- und Rechtslehre

Im Lehrplan ist die Berufsorientierung in der Stundentafel der 9. Jahrgangsstufe verpflichtend vorgeschrieben.

Am Emmy-Noether-Gymnasium gibt es ein festes Konzept mit verschiedenen Bausteinen zur beruflichen Orientierung. Dieses beginnt mit ersten Projekten in der 9. Jahrgangsstufe und wird bis zum Abitur fortgeführt.

Zu diesen Bausteinen zählen:

  • das Berufsorientierungsprogramm (BOP) des beruflichen Fortbildungszentrums der Bayerischen Wirtschaft (bfz)
  • das freiwillige Praktikum in der 9. Jahrgangsstufe
  • Bewerbertrainings im Rahmen des Wirtschafts- und Rechtslehreunterrichts und in den P-Seminaren der Oberstufe
  • Expertenvorträge (z. B. „Wege nach dem Abitur“)
  • das Modul „Let`s talk – let`s benimm“ der AOK Erlangen-Höchstadt
  • die intensive Kooperation mit der Agentur für Arbeit

Das Berufsorientierungsprogramm (BOP)

Bei diesem Programm durchlaufen die SchülerInnen zwei Phasen. Während einer zweitägigen Potenzialanalyse erfüllen die SchülerInnen unter den Augen der Beobachter unterschiedliche Aufgaben, bei welchen bedeutsame Kompetenzen des Arbeitsalltages gefordert werden. Hierzu zählen handwerkliches Geschick, Kreativität, Problemlösefähigkeit, räumliches Denken oder Team- und Kommunikationsfähigkeit. Die Jugendlichen werden sich dabei ihrer Interessen und Fähigkeiten bewusst. Im anschließenden Gespräch mit den Beobachtern werden die Ergebnisse der Selbst- und Fremdwahrnehmung reflektiert.

Die zweite Phase des Programms ist das praktische Arbeiten. In den Werkstätten des bfz in Erlangen lernen die SchülerInnen unter der Anleitung erfahrener Ausbilder verschiedene Berufsfelder wie zum Beispiel „Metall“ (-> Maschinenbau), „Bau“ (-> Architektur), „Kunststoff“ (-> 3D-Programmierung), „Wirtschaft“ (-> Unternehmensführung) und „Soziales“ (-> Ergotherapie, Medizin) kennen. Täglich erhalten sie eine Rückmeldung zu ihrem Arbeitsverhalten und zu ihrer persönlichen Eignung für das jeweilige Berufsfeld.

Die SchülerInnen sollen durch das Programm erste Vorstellungen von den Anforderungen in den jeweiligen Berufsfeldern bekommen. Zusätzlich können sie dadurch neue bzw. unbekannte Fähigkeiten und Talente an sich entdecken. Dadurch sollen sie Interesse und Lust auf einen Beruf entwickeln und diesen in einem Schülerpraktikum besser kennenlernen.

Schüler als Bosse – ein Projekt in Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsjunioren Erlangen / Erlangen-Land

Beim Aktionstag „Schüler als Bosse“ lernen die SchülerInnen unserer Schule den Berufsalltag aus der Perspektive einer Führungspersönlichkeit kennen. Einen Tag lang begleiteten sie eine Chefin oder einen Chef bei Besprechungen und Terminen und schlüpften zum Teil selbst in deren/dessen Rolle.

Amelie Hopfner (rechts) bei “machen.de”

Im Rahmen der Aktion „Schüler als Bosse“ durfte ich nicht nur den Arbeitsalltag des Chefs in der Werbeagentur „machen.de“ hautnah miterleben, sondern vor allem Einblick in die einzelnen Tätigkeitsbereiche der Mitarbeiter gewinnen. Die Aktion hat mir die Tür zu interessanten Leuten und einem spannenden Arbeitsbereich geöffnet, indem ich einen ganzen Tag lang wie ein Chef mitarbeiten durfte. Ich habe in sehr kurzer Zeit viel Wissenswertes gelernt und bin sofort herzlich in die Agentur aufgenommen worden. „Schüler als Bosse“ ist meiner Meinung nach eine besondere Chance für SchülerInnen, innerhalb eines Tages einen Einblick in ihren Traumberuf und damit in verschiedenste Wirtschaftsbereiche zu bekommen, wobei sie nicht nur theoretische, sondern vor allem auch praktische Erfahrungen sammeln können. Ich möchte das Projekt weiterempfehlen und sofort wieder teilnehmen!

Amélie Hopfner: Werbeagentur „machen.de“

Im Rahmen des von den Wirtschaftsjunioren organisierten Aktionstags „Schüler als Bosse“ dufte ich einen Tag „Chef“ der Maximilians-Augenklinik in Nürnberg Erlenstegen sein. Am Vormittag gab mir der Geschäftsführer der Klinik, Dr. Georg Metzger, interessante Einblicke in seinen vielfältigen Beruf. Am Nachmittag begleitete ich eine Assistenzärztin und später auch noch einen Oberarzt, die mir das ärztliche Tagesgeschäft in der Klinik zeigten und mich auch einige Patienten „untersuchen“ ließen. Nach meinem Schichtende begleitete mich Dr. Metzger auf die Abendveranstaltung im Autohaus Pickel, wo wir gemeinsam mit den anderen Teilnehmern des Aktionstags den Tag ausklingen ließen.

Hannah Denzlinger: Maximilians-Augenklinik, Nürnberg

Ich war im Rahmen des Projekts „Schüler als Bosse“ beim Architekturbüro Rainer Eis in Erlangen. Dort habe ich den Alltag eines Architekten kennengelernt, indem ich ihn einen Tag lang auf Baustellen und im Büro begleitet habe. Für mich war das Projekt insgesamt sehr hilfreich, um einen richtigen Einblick in den Berufsalltag zu bekommen, weil man oft nicht genau weiß, was wirklich hinter den Kulissen abläuft.

Fabian Letsch: Architekturbüro Rainer Eis

Unternehmensgründung im Fach Wirtschaft und Recht – Gründung des Schülerunternehmens „Straight outta franken“ im Rahmen des P-Seminars

Das Team des P-Seminars

Die Idee der Jungunternehmer war es, ein „cooles“ Hausaufgabenheft – den „Emmy-Planer“ – für die SchülerInnen des Emmys zu produzieren. Außerdem wollte man mit dem Heft die Liebe und Verbundenheit zur fränkischen Heimat widerspiegeln. Auf der ersten Hauptversammlung wurde die Firma „straight outta franken“ offiziell gegründet.

„straight outta franken“ steht also für etwas „Cooles“. In Anlehnung an den Film „straight outta compton“ machte sich eine Gruppe Jugendlicher auf den Weg, etwas Neues zu erschaffen. Konventionen wurden über Bord geworfen, der „Mainstream“ ignoriert, Regeln missachtet und Traditionen abgelehnt. Ein Hausaufgabenheft ist mit Sicherheit das absolute Gegenteil von „cool“. Es wird von SchülerInnen nicht unbedingt geliebt und im tiefsten Inneren als spießig betrachtet und abgelehnt. Und dennoch ist es wichtig und gehört zum Schülerdasein dazu. Struktur, Notizen, lustige Bildchen, persönliche Botschaften, kleine Kritzeleien, erste Liebesbotschaften usw. Jeder kennt das und erinnert sich daran. Das Hausaufgabenheft ist also beides: Pflicht, Struktur und Tradition sowie Rebellion und Geheimnis.

Cover des Emmyplaners

Das P-Seminar hatte sich mit dieser Marketingstrategie hohe Ansprüche gesetzt. Sehr schnell zeigte sich bei der Umsetzung, dass eine gute Idee noch lange keine Erfolgsgarantie bedeutet. In vielen Diskussionen und Teamsitzungen wurden Inhalte und Aufgabenverteilungen thematisiert. Die SchülerInnen waren mit Absatzstrategien, Produktion, Zeitmanagement, Überstunden und Lieferverzug konfrontiert. Teamkritik und Streitkultur waren Themen und mussten aufgearbeitet werden. Dadurch haben alle Beteiligten mit Sicherheit sehr viele Erfahrungen gesammelt und für das Leben gelernt, auch wenn es manchmal etwas schmerzhaft war.

Am Ende konnte das P-Seminar, trotz aller Schwierigkeiten, mit Stolz auf sein Produkt blicken. Der „Emmy-Planer“ fand bei den Käufern großen Anklang. Auf der Abschlusshauptversammlung wurden die Anteilseigner für ihr Vertrauen in die Firma mit einer Dividende von stolzen 40% (!) belohnt.

Der „Emmy-Planer“ – er ist nicht einfach nur ein Hausaufgabenheft. Nein! Er ist ein cooles, fränkisches Emmy-Produkt.

Viel Freude beim Aufschreiben der Hausaufgaben!

Exkursionstag in der 10. Jahrgangsstufe – Lernort Gerichtssaal

Ein fester Programmpunkt im Rahmen des Wirtschafts- und Rechtslehreunterrichts ist der Besuch einer Strafgerichtsverhandlung am Amtsgericht Erlangen in der 10. Jahrgangsstufe.

Die SchülerInnen können an diesem Tag im Gerichtssaal Verhandlungen zu Straftatbeständen wie Betrug, illegaler Drogenbesitz, Körperverletzung oder wiederholtes Schwarzfahren hautnah verfolgen und die Gerichtsordnung in der Realität erleben.

Nach dem Urteil besteht die Möglichkeit, dem Richter nicht nur zu den verhandelten Fällen Fragen zu stellen. Außerdem wird die Höhe des Strafmaßes erläutert, da sich die gerichtliche Logik für den Laien im ersten Moment nicht so einfach erschließt.

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