Login

Am Mittwoch, den 13.11.2019, hatten wir einen besonderen Gast an unserer Schule.

Die neunte Jahrgangsstufe konnte Herrn Arie Rosen aus Israel begrüßen, welcher uns eine Doppelstunde lang Einblicke in die Sabbatrituale im Judentum geben konnte.

Um seinen Vortrag anschaulich zu gestalten, hatte er alle Gegenstände mitgenommen, welche für die Sabbatfeier benötigt werden. Nachdem Herr Rosen etwa eine halbe Stunde lang die Vorbereitungen des Festes erläuterte, konnten die Schülerinnen alle Gegenstände selbst in die Hand nehmen.

Im diesen Schuljahr erarbeiteten die Schüler der Klassen 10ad, die den evangelischen Religionsunterricht bei Fr. Hecht besuchten, eigenständig Projekte über das Thema Tod in der Gesellschaft. Neben einigen Hörfunkbeiträgen wurden auch Websites erstellt, die über das Thema informieren sollen.

So erstellten drei Schülerinnen eine Website, die die Auffassungen verschiedener Kulturen über den Tod gegenüberstellte (LINK 1). Eine andere Gruppe beschäftigte sich mit dem Thema Schönheits -OPs, die ja im Zusammenhang mit dem Tod, beziehungsweise dem Altern im Allgemeinen stehen (LINK 2). Außerdem setzte sich eine weitere Gruppe mit Kindervorstellungen über den Tod auseinander (LINK 3).

Aber was denken die Menschen konkret dazu?

Unsere Religionslehrer stellen sich vor:

 

Gedanken zu meinem Selbstverständnis als Religionslehrer

Mittlerweile unterrichte ich seit fast zehn Jahren am Emmy die Fächer Deutsch, katholische Religionslehre und Geschichte. Der Religionsunterricht nimmt dabei für mich immer eine Sonderrolle ein, ich nehme mich in erster Linie als Religionslehrer war.

Das hat nichts mit einer Geringschätzung der anderen Fächer zu tun, sondern damit, dass im Religionsunterricht die ganz grundsätzlichen Dinge und Fragen behandelt werden, die untrennbar mit dem Menschen an sich verbunden sind.
Als gläubiger Mensch sehe ich meine Aufgabe jedoch nicht in der Mission, sondern in der Begleitung unserer Schülerinnen und Schüler in den paar Jahren bis hin zum Schulabschluss. Fragen nach der Existenz Gottes, nach Ursprung und Ziel menschlichen Daseins, die Grundfragen von Gerechtigkeit und Ethos sind für unsere Schülerinnen und Schüler präsent, zusammen mit allem Zweifel und gelegentlichem Verzweifeln an den von uns Erwachsenen vorgegebenen Strukturen und Sinnangeboten. Dass ich dabei als Ansprechpartner zur Verfügung stehen kann, freut mich immer wieder sehr und ich hoffe den Schülerinnen und Schüler darin gerecht zu werden.

Die große Stärke des Religionsunterrichts liegt auf jeden Fall in der Heterogenität der Klassen. Zwischen der erfahrungsgemäß eher überschaubaren Gruppe der wirklich "katholisch-frommen" Schüler/innen auf der einen und den knallharten Atheisten/innen auf der anderen Seite befindet sich das ganze Spektrum menschlicher Vorstellungen bezüglich der Grundfragen menschlicher Existenz.
Diese Vielfalt ist eine Stärke des Fachs, spiegelt sich doch die gesellschaftliche Realität wieder, mit all ihren Chancen und Debatten.

Ich hoffe meinen Schüler in den Jahren ein gerechter und anspruchsvoller Lehrer sein zu können, bei dem der Humor nie zu kurz kommt. Ich hoffe zudem, dass meine Schüler/innen sich in ihren Ansichten respektiert fühlen, dass ich an der ein oder anderen Stelle Antworten liefern kann und vielleicht auch die Angst vor manchen Fragen nehmen kann, auf die es keine eindeutigen Antworten geben kann.

Schlussendlich verpflichtet das Christentum den Menschen zur Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit – und zu absolutem Optimismus. Ich hoffe, diese Wertvorstellungen immer wieder auf angemessene Weise vor meinen Schülerinnen und Schülern vertreten zu können...

 

StR Loyens

 

 

Am Emmy-Noether-Gymnasium erfreut mich, dass sich dort viele verschiedene Menschen treffen. Unsere Schülerschaft ist bunt: Kinder und Jugendliche aus dem Knoblauchsland und Stadtkinder, Schüler mit biographischen Wurzeln in anderen Ländern und Schüler, deren Eltern schon das Emmy-Noether-Gymnasium besucht haben. Unsere Schüler haben unterschiedliche Gaben und Einschränkungen. Wir arbeiten und leben zusammen. Dies alles macht es für mich so spannend, Religion zu unterrichten.

Meine geistige Heimat ist die evangelisch-lutherische Landeskirche. Geprägt wurde ich von drei unterschiedlichen Gemeinden: In der Johannesgemeinde in Alterlangen erlebe ich zeitgemäße Gottesdienste für junge Familien („Schatzinsel“), intellektuell werde ich angesprochen von Gottesdiensten in der Universitätskirche Erlangen-Neustadt, aber auch in der Tennenloher Kirche fühle ich mich zu Hause. Aus dieser Fülle schöpfe ich Kraft und Inspiration auch für meine Arbeit als Religionslehrer.

Im Unterricht mache ich mit den Schülern auf die Suche nach Antworten auf die großen Fragen des Lebens. Hierbei begleite ich sie bei der Entwicklung ihrer Identität, so dass sie zu Persönlichkeiten heranreifen.

 

StR Stock


Warum Religionsunterricht?

Eine berechtigte Frage bei all den Kirchenaustritten, Missbrauchsskandalen und sonstigen Missständen in der Kirche.

Vielleicht jetzt erst Recht. Im Religionsunterricht geht es meiner Meinung darum, den Schülerinnen und Schülern den christlichen Glauben als eine Möglichkeit der Lebensorientierung nahe zu bringen. Die Werte, die Jesus uns vermitteln will, heißen Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Vergebung und Hoffnung auf ein ewiges Leben. Daran ist in meinen Augen nichts, was wir nicht alle brauchen könnten und was diese Welt etwas gerechter machen würde.

Klar, nicht jedes Kapitel des Lehrplan reißt einen vom Hocker, und dennoch ist es unter anderem wichtig zu verstehen, wie die Bibel entstanden ist, was die Menschen an ihr über zwei Jahrtausende so fasziniert hat, dass sie für ihre Überzeugung in den Tod gegangen sind. Mir fallen da aus dem letzten Jahrhundert spontan die Geschwister Scholl oder Dietrich Bonhoeffer ein. Auch Oscar Romero ist ein Märtyrer, der die Großgrundbesitzer in Südamerika gegen sich aufgebracht hat und 1980 am Altar von ihren Handlangern hingerichtet wurde. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Waren all diese Menschen verrückt oder einfältig? Sicher nicht. Für mich sind solche Menschen „Leuchttürme“ oder „Wegweiser“, weil sie ihr Leben in den Dienst für andere gestellt haben und weil sie sich der Gnade Jesu sicher waren.

Ich würde mich wünschen, dass der Religionsunterricht dazu beitragen kann, die Dinge wieder ins rechte Licht zu rücken und dabei hilft, zu realisieren, was wirklich wichtig ist im Leben. Familie, Freunde, Gemeinschaft, Unterstützung, Solidarität,...Nächstenliebe auf allen Ebenen. Eine Gegenbewegung zum immer stärker werdenden Egoismus, Anonymität und Rücksichtlosigkeit in der Gesellschaft.

Aus eigener langer Erfahrung kann ich sagen, dass das Mitgestalten und Mitwirken in einer Pfarrei sehr bereichernd, stärkend, lebensbejahend, fröhlich und lustig sein kann. Gemeinsames Beten und Feiern setzt einen Auftrag Jesu an uns um. Der Glaube kann so zu einem „Rahmen“ für das eigene Leben werden, der Struktur und Halt gibt.

Tröstend finde ich auch die Gewissheit aus Psalm 139, 3;5 „Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt; du bist vertraut mit all meinen Wegen...Du umschließt mich von allen Seiten und legst deine Hand auf mich.-“ und die Zusage Jesu in Mt 28, 20 „Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“

Das heißt nicht, dass es keine schlimmen oder schrecklichen Zeiten gibt, aber es heißt, ich bin nicht allein, Gott ist treu bis zum Ende. Sei mutig und trau ihm.

Claudia Graßmann

Zum Seitenanfang